
In einem Kompetenzzentrum schließen sich Unternehmen aller Größen, Forschungslaboratorien und Bildungseinrichtungen einer Region zusammen, um Synergien und Kooperationen zu entwickeln. Weitere Partner wie Behörden auf nationaler und lokaler Ebene sowie Unternehmensdienstleister können sich ebenfalls beteiligen.
Die an diesen Partnerschaften beteiligten Unternehmen sollen – auf der Grundlage von Synergien und gemeinsamen innovativen Projekten – in Frankreich und auf internationaler Ebene eine Führungsrolle in ihrem Tätigkeitsfeld übernehmen.
Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der französischen Wirtschaft und Förderung des Wachstums und der Beschäftigung auf den Leitmärkten :
Ausgehend von einer gemeinsamen Vision der verschiedenen Akteure erarbeitet jedes Kompetenzzentrum seine eigene Fünfjahresstrategie, um folgende Ziele zu verwirklichen :
Der Staat ist bestrebt, ein für die Unternehmen und für Innovationsanstrengungen günstiges Umfeld zu schaffen. Er unterstützt Anstrengungen der Kompetenzzentren im Bereich Forschung und Entwicklung vor allem durch den Fonds unique interministériel (FUI, Gemeinsamer, ministerienübergreifender Fonds), der zur Unterstützung der Politik der Kompetenzzentren und des aus Staatsanleihen finanzierten Programms für Zukunftsinvestitionen eingerichtet wurde.
Der Staat begleitet die Entwicklung der Zentren auf nationaler und regionaler Ebene, indem er :
(1) Zukunftsinvestitionen: eine Chance für die Kompetenzzentren
Zwei Maßnahmen des aus Staatsanleihen finanzierten Programms für Zukunftsinvestitionen kommen speziell den Kompetenzzentren zugute: die Entwicklung von strukturellen FuE-Projekten (300 Mio. EUR) und von gemeinsam genutzten Innovationsplattformen (200 Mio. EUR). Darüber hinaus sind die Kompetenzzentren in weitere Maßnahmen eingebunden: Die künftigen Institute für technologische Forschung und die Exzellenzinstitute im Bereich der Energien ohne CO2-Emissionen sind darauf ausgerichtet, „die Ökosysteme der Kompetenzzentren zu stärken“.
(2) Was ist eine Innovationsplattform?
Eine Innovationsplattform ist eine offene Struktur für vielfältige Innovationsakteure – insbesondere für Unternehmen, die Mitglied der Kompetenzzentren sind – die den Akteuren einen Zugang zu Exzellenzausrüstungen und -dienstleistungen ermöglicht. Sie unterstützt die Umsetzung von FuE-Projekten, die Durchführung von Tests, die Entwicklung von Vorserien und Prototypen und den Aufbau von „Living Labs“, d.h. von Plattformen zur Zusammenarbeit von Hochschulen und Wirtschaft.
Inzwischen gibt es in den meisten Tätigkeitsfeldern aus lokalen Initiativen hervorgegangene Kompetenzzentren, d. h. sowohl im Bereich der neuen Technologien (Nanotechnologien, Biotechnologien, Umwelttechnologien usw.) als auch in reiferen Märkten (Automobile, Luftfahrt usw.)
Das Gütezeichen „Innovatives Unternehmen der Kompetenzzentren“ wurde vom Club des pôles mondiaux in Partnerschaft mit AFIC (Capital Investment), France Angels, Retis (Innovationsnetz) und OSEO und mit Unterstützung der Caisse des dépôts et consignations und des Staats eingeführt. Dieses Gütezeichen ist für die Kleinstunternehmen und die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) bestimmt, die Mitglieder der Kompetenzzentren sind. Es soll ihre Sichtbarkeit und ihren Zuspruch bei Privatinvestoren fördern, denn zahlreiche kleine Unternehmen, die Mitglied der Kompetenzzentren sind, beteiligen sich an FuE-Projekten und müssen ihr Eigenkapital erhöhen, damit ihnen die Markteinführung und die weitere Vermarktung ihrer Innovationen gelingt und sie ihre Entwicklung beschleunigen können. Das Gütesiegel wurde am 3. Juni 2010 im Rahmen einer nationalen Charta unter der Schirmherrschaft des Ministeriums für Wirtschaft, Industrie und Beschäftigung eingeführt.
Das Kompetenzzentrum Pôle nucléaire Bourgogne hat die Ausbildung zu einem seiner vorrangigen Ziele erklärt, um dem großen Kompetenzbedarf der Unternehmen in der Kernindustrie Rechnung zu tragen. Konkret hat es den Anstoß für die Einrichtung neuer Ausbildungsgänge gegeben: ein berufsbildendes Abitur in Creusot, verschiedene Licences professionnelles in Chalon-sur-Saône, Creusot und Dijon, ein spezialisierter Master in Cluny. Darüber hinaus hat das Zentrum aktiv zur Gründung der École Internationale du Nucléaire beigetragen, die am 3. April 2009 eröffnet wurde und auf die Verbesserung der Kompetenzen von Führungskräften im Hinblick auf die spezifischen Verfahren der Kerntechnik (Konzeption, Produktion, Instandhaltung, Alterung und Rückbau) ausgerichtet ist.
Die DIRECCTE Rhône-Alpes (Regionaldirektion Unternehmen, Wettbewerb, Verbraucherschutz, Arbeit und Beschäftigung) hat eine gemeinsame Maßnahme finanziell unterstützt, die darauf abzielt, die gemeinsamen Kompetenzen verschiedener, im Bereich der Biotechnologien im Gesundheitsbereich tätiger KMU durch die Gründung der Organisation „Compétence biotech“ im Rahmen des Kompetenzzentrums Lyonbiopôle zu bündeln. 2009 hatte „Compétence Biotech“, ein Zusammenschluss, der wie eine Arbeitgeberorganisation funktioniert, zwölf Mitglieder aus dem Kreis der KMU. Die Organisation entspricht dem von den Unternehmen zum Ausdruck gebrachten Bedürfnis, Zugang zu spezifischen Kompetenzen in Fällen zu haben, in denen ihr Auftragsvolumen und ihre finanziellen Kapazitäten nicht ausreichen, um selbst eine Fachkraft einzustellen (Regulierung, Qualitätssicherung, Leitung klinischer und vorklinischer Studien, gewerbliche Schutzrechte usw.). Auf der Grundlage einer von einer spezialisierten Kanzlei durchgeführten Machbarkeitsstudie konnte ein den Kriterien der KMU entsprechender Prototyp eines Poolunternehmens entwickelt werden.
Die französischen Kompetenzzentren System@tic und Aerospace Valley und das deutsche Kompetenzzentrum SafeTrans werden sich an den Arbeiten für die europäische Technologieplattform für eingebettete Systeme beteiligen. Damit beteiligen sich dieses deutsche und die beiden französischen Kompetenzcluster für den Transportsektor aktiv an der Umsetzung von FuE-Projekten, die auf europäischer Ebene nachhaltige Auswirkungen auf die Industrie haben werden. Mit diesem Projekt beginnt der Prozess des Aufbaus neuer Partnerschaften mit anderen europäischen Exzellenzclustern und insbesondere mit dem holländischen Cluster Point-One, mit dem Ziel, eingebettete Systeme und Mikro- und Nanotechnologien zu entwickeln.
Beim Menschen gibt es drei Arten von malignen Hämopathien oder „Blutkrebs“. Eine davon, die großzellig-anaplastischen Lymphome (ALCL), bildet eine eigenständige Gruppe von Tumoren des lymphatischen Systems. Ihre Ursache ist ein Genrearrangement des Gens ALK (Anaplastic Lymphoma Kinase). Derzeit existiert keine spezifische Behandlung für diese Erkrankung: Die Patienten werden mit einer kombinierten Chemotherapie behandelt, und das Rückfallrisiko liegt bei 30 %. Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines Medikaments, das bei dem in 85 % der anaplastischen Lymphome exprimierten mutierten Protein ALK ansetzt, um auf diese Weise die Erkrankung spezifisch behandeln zu können (gezielte Krebstherapie).
ATHIM hat das Ziel, die Risiken des Auftretens kardiovaskulärer Ereignisse besser antizipieren zu können. Konkret geht es um die Erkrankung der Atherothrombose, die gekennzeichnet ist durch fettige Ablagerungen an den Innenwänden der Arterien aufgrund eines mehr oder weniger hohen Cholesterinspiegels. Diese fettigen Ablagerungen, die zu einer Veränderung der Gefäßinnenwände führen, verringern nach und nach den Durchmesser der Gefäße. Bislang stützen sich die bildgebenden Verfahren zur Diagnose der Atherothrombose weitgehend auf die Ermittlung von Verengungen der Arterienwände. Zahlreiche Studien haben jedoch gezeigt, dass die Verengung nicht der einzige Hinweis zur Detektion des Risikos eines kardiovaskulären Ereignisses ist, denn molekulare Ereignisse, Zeichen für die Ruptur oder Erosion dieser Verengungszonen, können ebenfalls zu einem kardiovaskulären Ereignis führen. Daher empfiehlt es sich, die medizinische Bildverarbeitung weiterzuentwickeln und spezifische Biomarker einzusetzen, um auf diesem Wege gefährdete Gefäßregionen zu ermitteln. Dieses Ziel verfolgt das Projekt ATHIM.
Ecopaint PACA strebt an, eine Entsprechung zu den derzeitigen Bewuchsschutzfarben für Schiffe zu entwickeln, deren toxische Auswirkungen auf die Umwelt jedoch begrenzt ist. Die vorhandenen Bewuchsschutzfarben, die verhindern, dass sich Bewuchs am Rumpf von Schiffen festsetzt, sind mit zusätzlichen Kosten verbunden und schädigen die Umwelt. Microvax: Ein neues System zur intrakutanen Verabreichung von Impfstoffen (Lyonbiopôle) Microvax arbeitet an der beschleunigten Entwicklung eines innovativen Systems zur Verabreichung von Impfstoffen durch intrakutane Mikroinjektion. Dieses System dürfte hinsichtlich seiner Wirksamkeit der intramuskulären Injektion entsprechen bzw. sie verbessern und bringt zugleich eine leichtere Handhabbarkeit und einen größeren Nutzungskomfort für die geimpften Personen mit sich.
OURSES hat sich zum Ziel gesetzt, Technologien zu entwickeln, mit denen in entlegenen ländlichen Gebieten, die keinen Zugang zu ADSL-Breitbandnetzen haben, über Telekommunikation per Satellit in Verbindung mit Technologien für drahtlosen Datenverkehr Breitbanddienste angeboten werden. Dies müsste zugleich die Erprobung einer neuen Technologie zur Verbesserung der Satellitenübertragungen ermöglichen. Geplant ist außerdem, dass das Projekt diese technologischen Innovationen nutzt, indem es eine Plattform für medizinische Ferndienste entwickelt, mit denen ältere Menschen in isolierter Lage unterstützt werden können.
Terra Numerica hat das Ziel, Technologien zur Herstellung und visuellen Nutzung der dreidimensionalen Darstellung großflächiger städtischer Gebiete zu entwickeln. Geplant sind insbesondere eine hochauflösende Darstellung und die Entwicklung von Technologien im Zusammenhang mit Zugangsdiensten zu geolokalisierten Inhalten über Internet oder Handy. Terra Numerica hat den Ehrgeiz, eine Antwort auf die neuen wirtschaftlichen und ökologischen Herausforderungen der Entwicklung und einer nachhaltigen Stadt zu geben. Möglich sind Anwendungen für Stadtverwaltungen, Stadt- und Raumplanung, Umweltrisikomanagement, aber auch Immobiliendienstleistungen, Tourismus usw.
Die Bioraffinerie Recherches et Innovations (BRI) ist eine offene Plattform an einem agro-industriellen Standort in der Champagne. Die Plattform umfasst alle für die Entwicklung der Fraktionierungsverfahren für pflanzliche Materialien, der Biotechnologie und der Pflanzenchemie – von der Grundlagenforschung bis hin zum vorindustriellen Prototyp – wichtigen Akteure.
Die Innovationsplattform Purifunction wurde entwickelt, um auf die jüngsten Entwicklungen des Markts für funktionelle Lebensmittel zu reagieren. Sie entspricht dem Wunsch der Nahrungsmittelindustrie, der Pharmazie und der Kosmetikindustrie nach wirksamen Instrumenten zur Begutachtung und Prüfung neuer Formeln. Dieses Instrument ermöglicht den Einsatz von neuen, an die einzelnen Projekte angepassten Technologien und Verfahren und eine leichtere Validierung dieser Verfahren und der daraus resultierenden Patente in der vorindustriellen Phase. Es handelt sich hier um eine bahnbrechende Investition in einem Umfeld mit richtungsweisender Ausstattung. Vorrangiges Ziel sind die gemeinsame Nutzung und der offene Zugang für interessierte Unternehmenskunden, vor allem für KMU.
Sie finden alle Beispiele für unterstützte und ausgereifte Projekte auf der Internetseite unter "Projets des pôles" http://competitivite.gouv.fr/projets-des-poles-348.html
Investissements d'avenir – R&D structurants
Jusqu'au 15 janvier 2013
Les projets aboutis
Vie des pôles
Feuille de route stratégique
Accompagnement des entreprises
Propriété intellectuelle
Gestion des compétences
Agenda des pôles
29 avril au 30 juin
4 juin au 8 juin
Les pôles de compétitivité
DATAR et Ministère de l'Économie, des Finances et de l'Industrie
http://competitivite.gouv.fr/index.php?id=789